Donnerstag, 15. September 2011

Tudo bem! - Rio, Wohnungssuche und Uni

Die Christus-Statur auf dem Corcovado thront ganze 700 m über der Stadt


Der atemberaubende Ausblick auf Rio vom Corcovado bei Abenddämmerung
und bei Nacht
Ein Äffchen in den Wäldern bei Rio Gutes Wetter (wie auf diesem Foto hatten wir die letzten Tage leider eher selten)Mein "Arbeitsplatz" auf dem Balkon meiner aktuellen WG
Heute war doch mal wieder schönes Wetter und wir haben den tag an der Copacabana verbracht
Chi, ihre Mitbewohnerin Lu und Lu's Freund Ala an der Promenade

Hallo daheim!

Nach langen Touren durch die Stadt um eine Wohnung zu suchen, zur Uni zu kommen, den Corcovado, den Zuckerhut und die Capacabana anzuschauen, fühlen wir uns immer heimischer im schönen Rio.

Die ersten Tage haben wir damit verbracht ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern und uns so einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Vom Corcovado, dem riesigen Felsen, auf dem die Christus-Statur steht hat am eine unglaubliche Aussicht über die Stadt. Von hier aus kann man kaum glauben, dass die Stadt, die man da unten sieht, echt ist. An einigen stellen geht es (gefühlt) im 90° Winkel 700 m in die Tiefe. Wir wanderten den Felsen vor dem Zuckerhut hoch, trafen auf viele kleine Äffchen (siehe Fotos) und lernten dabei Gustavo kennen. Gustavo, ein sehr netter Brasilianer mit japanischen Wurzeln, ist ein wandelndes Lexikon was Zahlen und Fakten über Brasilien angeht und schüttete an diesem Tag sein ganzes Wissen über uns aus.

Die folgenden drei Tage waren etwas ermüdend aber sehr interessant: Auf der der Suche nach einer Wohnung lernten wir super viele nette Brasilianer kennen und mussten feststellen, das die Wohnungssituation äußerst schwierig ist. Die Angebote waren teuer und eher schlecht als recht: Ein winziges "Doppelzimmer" (in das nur ein Einzelbett und kein Tisch passt) sollte 400 €/Monat kosten; Chi hätte in einer 15 qm Wohnung unterkommen können, in der es weder eine richtige Küche, noch einen Aufenthaltsraum gab und in der mit ihr 2 Männer leben (einer davon wäre dann auf den Teppich umgezogen weil es nur 2 Betten gab) - 200 €; ein Bett in einer 3 Zimmerwohnung mit 22 Betten im Stadtteil Copacabana war frei (auch hier gab es keinen Aufentheltsraum) - 250 €; Eine Frau hatten wir am Telefon falsch verstanden, Sie wollte uns Ihre Wohnung verkaufen und schließlich gab es noch ein Zimmer in Favela Nähe - spottbillig aber alles sehr merkwürdig und auch nicht schön. Leider gab es auch nichts für Männer und Frauen gemeinsam. Die einen fanden Männer zu drecking, die anderen Frauen zu streitsüchtig. Wir wollten Chi schon fasst in der 22ger WG an der Copacabana einquartieren, als wir von einer netten Vermieterin am letzten Tag noch eine letzte Adresse bekamen: Chi wohnt nun in einem Zweierzimmer in Flamengo bei einer sehr netten Familie und mit einer netten Mitbewohnerin im Zimmer, der Strand ist 5 min zu Fuß entfernt und der Supermarkt ist gleich um die Ecke - Puh, was für ein Glücksgriff! Ich wohne für die nächsten drei Wochen in einer Männer WG in Lapa, 10 min. mit dem Bus von Chi entfernt. Da wir beide nur mit Brasilianern zusammenleben können wir hier wunderbar an unserem Portugisisch arbeiten

In Lapa, also direkt hier vor der Tür befindet sich Rios Partymeile: Fr. und. Sa. sind hier die Strassen voll mit Trommlern, Sambatäzer(inne)n und kleinen Ständen mit günstigem Caipirinha. Das Straßenfest das hier jedes Wochenende stattfindet hält von der Atmosphäre locker mit dem Kölner Karneval mit. Im Laden kostet 1 Liter Cachaca gerade mal 2 € und ein Kilo Limetten 1,50 € - Ein guter Grund, weniger Bier zu trinken ;-)

Am Dienstag war dann auch der erste Uni Tag. Wir haben das super nette Team hier an der Uni kennengelernt und werden bei der Untersuchung bestens unterstützt. Die Chance, dass wir das Projekt hier zu einem guten Abschluss bringen ist also da. Es warten in jedemfall ein paar interessante Wochen auf uns. nächste Woche halte ich erstmal eine Präsentation über das Projekt - die leider nur die Englisch sprechenden Mitglieder der Arbeitsgruppe verstehen werden.

Heute war mal wieder richtig gutes Wetter und wir sind mit Chi's Mitbewohnerin und deren Freund an die Copacabana gefahren. Wie schön es ist, so einen wunderbaren Strand direkt vor der Tür zu haben :-)

Donnerstag, 8. September 2011

Rio de Janeiro - Na cidade maravilhosa

Unser gemütliches HostelIn diesem gemütlichen Innenhof essen wir morgens das köstliche Frühstück: Sandwichtoasts und frische brasilianische Mangos, Papayas und Melonen
Die Copacabana: Ein 4km langer Sandstrand zwischen Kalkfelsen Hochhäusern und FavelasEin kleiner Junge testet seinen neun DrachenVidigal: ein Favela nahe Copacabana und Ipanema

Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen: schon am zweiten Tag sitzen wir bei einer Grillparty mitten im Favela Der Blick von Vidigal auf den Strand von IpanemaUnd ein Blick nach obenMomi und wir: Die Bekannte von Chi, die uns hierher eingeladen hat.


Liebe Grüße aus Rio de Janeiro!

Wir sind gut angekommen und wurden am Flughafen gleich von Rafael, einem Doktorand der Uni der an dem Forschungsprojekt mitarbeitet, in Empfang genommen.
Nach dem Check-In in unser wirklich schönes Hostel ging es dann erst einmal in ein kleines Imbissstübchen in Santa Teresa (in diesem Stadtteil liegt unser Hostel) auf eine Erbsensuppe - hört sich recht unspektakulär an, war aber nach der 30 Stündigen Reise genau das richtige. Hier hatten wir die Zeit Rafael etwas besser kennenzulernen und festzustellen, dass wir hier wohl mit sehr netten und Gastfreundlichen Menschen zusammenarbeiten werden :-)

Gestern war glücklicherweise erst einmal Feiertag. Wir packen nur das nötigste für den Tag in einen Plastikbeutel und kleideten uns möglichst unauffällig (Havaianas, no Name shirt und Plastiktüte), um nicht gleich als Gringos (so werden hier die Ausländer genannt) aufzufallen. Da wir auch immer nur vom den Strandverkäufern angesprochen wurden wenn wir unsere kleine Kompaktkamera raus geholt haben, schien unsere Tarnung ganz gut zu funktionieren. Hier in Brasilien leben nämlich sehr viele verschiedene Nationalitäten. Nur unser sehr gebrochenes Portugisisch identifiziert uns natürlich sofort...

Am Abend wurden wir von einer entfernteren bekannten von Chi auch gleich zu einer Grillparty ins Favela eingeladen. "Kein Problem, kommt einfach her, hier passiert euch nichts" sagte sie und sollte glücklicherweise auch recht behalten. Sie lebt hier seit 5 Jahren weil ihre Große Leidenschaft Capoeira ist und man die Wohnungen in den Favelas noch so eben bezahlen kann (beachtlicher weise zahlt sie auch hier 250 Euro für zwei Zimmer pro Monat). Eine tolle Erfahrung: Wir haben sehr nette erste Bekanntschaften gemacht, den herzlichen Umgang und die Gastfreundschaft der Favela- Bewohner erlebt und gelernt, dass Favelas wesentlich normaler sind als ihr Ruf. An alle besorgten: Keine Angst, wir werden nun sicherlich nicht einsam und allein in jedes Favela rein wandern und den Respekt vor dieser durchaus gefährlichen Stadt verlieren!

Unterm Strich: Wir hatten einen wunderbaren ersten Tag und werden bald wieder berichten.

Morgen treffen wir erst einmal die Projektgruppe, mit der wir dann in den kommenden Monaten zusammenarbeiten...

Liebe Grüße,

Chi & Moritz