Samstag, 3. Dezember 2011

Leben und Arbeit in Apeu

In der Nähe meiner Unterkunft in ApeuMein Bungalow Ein leckeres gemeinsames Essen mit Izer, Paulo und CoracaoEine von vielen gemütlichen Hängematten in der UnterkunftEine von vielen schönen Blumenund Jaka, eine der vielen fremden Früchte die es hier im Amazonasgebiet gibt.
Eins von fünf Kätzchen das hier vor kurzem das Licht der Welt erblickt hat. Die Tukane, Äffchen und Schlangen die man hier immer wieder zu sehen bekommt sich leider so scheu, dass ich sie noch nicht fotografieren konnte. ein Ausblick auf den See
und noch einer

Mein weg zur ArbeitEine hütte in Santa Terezinha, einem Dorf, in dem wir unsere Messungen durchführenUnd ein paar Fotos von unseren Versuchsteilnehmern...

Dienstag, 29. November 2011

Eindrücke aus Belem

Belem: Ein Blick auf das Zentrum der Stadt.Und ein paar Eindrücke von der Peripherie
Viele Menschen Leben hier in sehr simplen HolzhüttenIn dieser Mangobaum Allee habe ich nun den letzten Monat gewohntIn einem bescheidenen Appartment mit Filipe, ein echt netter ZimmergenosseGiovanni, ein Freund von der Uni, in seiner WG. Hier komme ich nun (da ich ja bereits nach Apeu gezogen bin) an den Wochenenden unter, die ich in Belem verbringe.
Vivianni, eine weitere Mitbewohnerin.

Mit Junior am Ufer des Guama Flusses, ein Seitenarm des Amazonas, der direkt am Unigelände entlang fließt
Einige Ausblicke auf den Fluss...und ein paar Bilder aus dem Botanischen Garten
Noch ein Foto von einer Reggae Party

Ver-O-Peso, dem Hafen von Belem und das ehemaligen HandelszentrumAn einem Sonntag ganz schön gespenstisch hier...Und einem Ausflug zu einem Strand am Ufer des Guama

Samstag, 15. Oktober 2011

Grüße aus Rio und Belém

Hier schon mal die Fotos von den letzen Tagen aus Rio und den ersten Tagen in Belem

Der Botanische Garten in Rio de JaneiroZwischen Affen, Kolibris, Tucanen und den Tropischen Pflanzen hier, kann man kaum glauben, dass man Mitten in Rio istEin Tucan: was für ein prachtvoller VogelZu Besuch im Capoeira Verein in RioEin friedlicher Kampfsport mit viel Rhythmus und Akrobatik...Ein Abend in Rio mit den WG MitbewohnernDie Treppen in Lapa werden am Wochenende zu einem großen gemütlichen WohnzimmerBelem: Ilha Combu, hier werden wir unsere Untersuchungen machenDas Team in Belemund der Gringo unterwegs im Inneren der InselIm Hintergrund die Skyline von Belem

Die letzten Tage in Rio (vor meinem Trip nach Belem) haben wir noch einmal ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht: Im Jardin Botanico wird einem klar, was für eine wunderschöne Fauna es an der Stelle an der Rio errichtet wurde mal gegeben haben muss. Bei riesigen Palmen, Meter hohen Bambusstauden, wunderschönen pflanzen, Affenbanden die durch den Park ziehen, Kolibries die vor einem in der Luft stehen bleiben und prächtigen Tucanen die an den Palmen ihr Mittagsessen zu sich nehmen kann man schnell vergessen, das man sich mitten in einer brummenden Metropole befindet. Wir waren noch in einer der Samba Schulen, die Samstagsabend ihre Tore öffnet um öffentlich ihre neuen Tänze und Musikstücke für das Karnevalsfest zu trainieren. Kunterbunte Kostüme, ohrenbetäubende Trommelmusik und Sambarinas, die ihre Hüften schneller schütteln, als man gucken kann. Ein toller Vorgeschmack auf das Karnevalsfest im Februar. Leider waren wir so schlau unsere Kameras zu Hause zu lassen. Schließlich waren wir noch mit Alissa bei einer Capoeira Veranstaltung und haben noch ein paar tolle Abende in Lapa verbracht. Die stadt ist echt der Wahnsinn: Die bergige Landschaft, die kilometerlangen Strände und das Meer, das fabelhafte Wetter, das kunterbunte und laute treiben in der Stadt, die Gerüche und der Gestank in Lapa und die unglaublich netten Leute die man hier trifft. Erst jetzt wo ich aus Rio weg bin, merke ich, wie sehr ich diese Stadt in mein Herz geschlossen habe. Ich freue mich jetzt schon gegen Ende des Jahres wieder hierher zu kommen :-)

Dann ging es los nach Belem. Der Abschied von Chi war schwer: Wenn man in den letzten fünf Jahren so gut wie jeden Tag Seite an Seite verbracht hat, kann man sich ein Leben ohne den anderen kaum noch vorstellen (auch wenn es nur für zwei Monate ist). Wir telefonieren zwar sehr viel miteinander aber es bleibt trotzdem das ständige Gefühl, dass etwas fehlt. Der Flug nach Rio ist daher auch schon gebucht: am 21.12. geht es zurück zu Chi nach Rio um von dort aus über die Feiertage ein wenig herum zu reisen.

So ging es dann alleine nach Belem. Hier wurde ich sehr herzlich von dem Team der Uni in Empfang genommen (es gab erst einmal ein Mittagessen am Ufer des Amazonas und eine Rundfahrt durch die Altstadt) und alle Projektmitarbeiter sind (zum Glück auch nach den ersten zwei Wochen noch) hochmotiviert an dem Projekt mitzuarbeiten. Wir hatten interessante Diskussionen, sehr spannende gemeinsame Ausflüge auf die Insel Combu und legen nächste Woche mit den Testdurchläufen für das Experiment los. Da die Inseln mit dem Boot recht schwer zugänglich sind, die Familien sehr vereinzelt und verstreut auf der Insel leben, die Kinder sehr zurückhaltend gegenüber jedem sind, der nicht zur Familie gehört und schließlich das Bildungsniveau der Bewohner so niedrig ist, dass Sie unsere Fragebögen nicht verstehen (auch nicht vorgelesen) werden wir die Messungen wohl in kleineren Dörfern außerhalb von Belem machen - der Kontakt steht und die Messungen können losgehen.

Das ist echt unglaublich: Belem ist eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern. Man tukkert 20 min. im Kanu über den Amazonas (bzw. einen Nebenarm davon) und hier leben die Leute in Holzhütten, pflücken die Früchte von Baum und haben ein paar Hühner vor der Tür, die dann bei Bedarf verzehrt werden. Da interessiert die Leute dann nicht das aktuelle geschehen in der Eurozone sondern vielmehr unterhält man sich stundenlang über die Ente, die man mühsam gemästet hat und die sich dann einer der Nachbarn unter den Nagel gerissen hat. Um Belem herum gibt es etwa 40 kleine Inseln, von denen niemand so richit weiß, wie viele Leute dort leben und wie das Leben dort aussieht - viele Stadtbewohner kennen nicht einmal den Namen von Combu, der riesigen Insel direkt vor ihrer Tür.

Ich habe mich vor meiner Ankunft gefragt, wie so eine Metropole Mitten im Tropenwald am Amazonas wohl ausschaut: Die Straßen im Zentrum sing mit Riesigen Mangobäumen gesäumt (wenn man auf der Straße steht, sieht es aus als führe die Staße durch den Wald, weil man vor Bäumen keine Häuser mehr sieht) Es gibt etliche Restaurants und Bierbuden mit Blick auf den Amazonas, die Uni ist ein riesiges Gelände mitten in der Natur (Auch hier turnen die Affen in den Bäumen und Kolibries tummeln sich in der Luft...) und es gibt tolle angelegte Parks im Stadtzentrum in denen am Wochenende etliche Stände mit Souvenirs, Snacks und gekühlten Cocosnüssen auf einen warten. Zum Essen gibt es frische Fruchtsäfte, mit Früchten von denen man in Deutschland noch nichts gehört hat, köstlichen Fisch aus dem Fluss und Paranüsse - hmmm..., ich gehe gleich erstmal etwas essen. Außerdem machen sich die Tropen natürlich am Wetter bemerkbar: Im Schnitt wir es hier so 35 Grad am Tag und auch in der Nacht kühlt es nur unwesentlich ab. Keine Dusche ist beheitzt und es gibt nur einen Knopf, weil das Wasser einfach immer warm ist. Es gibt nur zwei Jahreszeiten: 35 Grad und Regen und 35 Grad und viel Regen. Die Namen der Jahreszeiten sind eher künstlich an die normale Terminologie angepasst: Sommer und Winter.

Von meiner Wohnungssuche gibt es ein paar Eindrücke, die ich wohl so schnell nicht vergessen werde: Ob ich denn in der ganzen Stadt sicher nach einem Zimmer suchen könne, frage ich einen Hostelmitarbeiter. Dieser gibt mir ein klares Nein als Antwort. Auf einer recht großen Stadtkarte zieht der Mitarbeiter einen kleinen Kreis im Zentrum der Stadt. Hier sei es sicher, den Rest der Stadt, die Peripherie, solle ich gänzlich vermeiden, auch am Tag. Da das Wohnungsangebot innerhalb dieses Kreises sehr klein war und ein Zimmer das ein wenig außerhalb des Kreises lag im Internet sehr schön aussah, fragte ich einen weiteren Hostelmitarbeiter, ob ich denn wenigstens dann gehen kann, um mir ein Bild zu machen. Ohne Wertsachen sollte das Ok sein meint dieser und zeigt mir auf der Karte einen Fußweg dorthin. Die ersten 10 min. war alles recht normal (innerhalb des Kreises), dann (außerhalb des Kreises) lernte ich die Peripherie kennen: die Sonne brennt bei 35 Grad und blauem Himmel zwischen zerfallenen Häusern leben die Menschen in selbst gezimmerten Holzhütten und bunt angepinselten Bierhäuschen, in der Mitte der Straße läuft ein Kanal mit braunem Wasser, neben dem Bürgersteig sind einige schwarz, grün schimmerndem Pfützen, an den Seiten der Straße türmen sich Müllberge, zwischendurch liegen Knochen und volle Pampers auf dem Weg, was für ein Alptraum. Als wäre das nicht schon skurril genug befinden sich mitten in diesem Chaos ummauerte Hochsicherheitstrakts, hinter deren Mauern riesige Villen hervorragen. Wer ist den so dreist und dekadent hier eine Villa mitten im Slum zu bauen frage ich mich nur. Einige Tage später höre ich eine Geschichte von einer Projektmitarbeiterin: Der Chef von ihrem Mann wohnt wohl in einer solchen Villa in der Peripherie er hat sein Auto für 30.000 € gegen Kugeln sichern lassen. Wohl bemerkt: um sicher nach Hause fahren zu können. Das geht echt nicht in meinen Kopf, wo bin ich hier gelandet? Das Zimmer das ich mir dann angeschaut habe war zwar echt günstigt, die Leute hier waren echt nett und es gab einen Pool im Innenhof. Es war auch ein halber Hochsicherheitstrakt, ein alter zerbrechlicher Mann ohne T-Shirt, der in einem zerfledderten Liegestuhl saß hatte sich mir zuvor als "Sicherheitsbeauftragter" für diese Straße vorgestellt, ich habe mich schon gefragt, wieviel ich diesem "Sicherheitsbeauftragten" wohl im Monat zahlen müsste, wenn ich hier einziehen würde. Aber die Geschichten und Ratschläge der Mitbewohner haben mich endgültig davon abgehalten hier einzuziehen: Nimm keinen Rucksack mit auf die Straße, geh abends besser nicht vor die Tür, erst letzte Woche wurde eine der Studentinnen vor der Tür ausgeraubt. Außerdem gibt es in der Nähe keine Supermarkt. Mir wurde ein wenig bange und ich fuhr lieber mit dem Bus zurück in das Hostel. Ich wohne jetzt in einer netten Studenten WG innerhalb des Kreises...

In 1-2 Wochen werde ich dann wohl in das Dorf (Name: Apeu) ziehen, um die Messungen besser organisieren zu können. Hier habe ich ein kleines Bungalow in einer Art Naturressort gefunden: von dem Dorf führt ein ein Kilometer langer Schleichweg Mitten in den Wald. Hier verwaltet Izar, die so wirkt als sei sie direkt aus den sechzigern hierher geflohen, eine kleine Bungalowanlage, in der Gäste wohl eher eine Überraschung sind. Sie hat hier ein echtes Paradies geschaffen: es gibt einen See zum Baden etliche Möglichkeiten in Hängematten die Seele baumeln zu lassen und hier gibt es wohl mit abstand mehr bunte Vögel und Affen als Menschen - Ich werde wohl sehr viel Zeit zum Schwimmen und zum Nachdenken haben :-)

Liebe Grüße aus Belem!

Moritz

Montag, 3. Oktober 2011

Búzios - ein Ferienort nahe Rio

Unsere gemütliche Pousada in BúziosEiner von 17 Stränden der Halbinsel


und noch einerChi & Moritz genießen das gute WetterUnd die Ausblicke auf die untergehende SonneHallo daheim!

Nach dem Ausführlichen Bericht über unsere Zeit in Rio (siehe unten) noch ein kurzer Bericht über unseren Ausflug auf die halbinsel Buzios. Die Bilder sagen auch eigentlich schon alles, was man über Buzios wissen muss: Buzios ist ein schöner Ferienort mit 17 Stränden, unzähligen Herbergen, teuren Restaurants und Souvenirshops. Man muss insofern nicht mehr über Buzios wissen, als dass es hier schöne Strände gibt an denen man sich in der Sonne fletzen kann und von denen aus man schöne Sonnenuntergänge beobachten kann. Wir sind hier mal einen Tag rum gelaufen und haben außer Stränden nichts weiteres sehenswertes entdeckt. In paar nette kleine Häuschen/Herbergen gab es, wie z.B. die, die wir erwischt haben. Es war sehr entspannend sich von dem Großstadtchaos zu erholen und auch im dunklen mal wieder unbedacht durch die Strassen schlendern zu können, in Rio hat man da ab und an schon mal ein unwohles Gefühl...
Wir hatten 3 sehr nette Strandtage bei blauem Himmel und Sonnenschein!

Liebe Grüße,

Chi und Mo

Lapa - Die bunte Seele Rios

Die berühmte „Escaderia Selaron“ Treppe in Lapa
In dieser Strasse wohne ich zur ZeitEine von vielen bunten Staßenecken in LapaDiese Hauptstrasse Lapas sowie viele kleinere Strassen drumrum...verwandeln sich jedes Wochenende ein riesiges Staßenfestnoch eine bunte Häuserfront...

Hallo zusammen!

Wir haben uns mittlerweile prima in Rio eingelebt. Hier seht ihr ein paar Bilder von Lapa, dem Stadteil in dem ich zur Zeit zu Hause bin. Am Wochenende sind die Strassen für den Verkehr gesperrt und rappel voll von feierwütigen Jugendlichen, Getränkeständen, Starssenkünstlern und -musikern. Entsprechend leer sind die Strassen Sonntags und gegen Anfang der Woche: Wenn der Wind ungünstig steht reicht der ganze Stadteil wie eine einzigen Toilette, zugedröhnte Obdachlose schlafen in jeder Ecke (oder auch mal mitten auf dem Bürgesteig vor unserer Tür) und es laufen einem schon ab und an recht merkwürdige Gestalten über den Weg. Die ausgelassene Atmosphäre am Wochenende, die vielen Bars, die kunterbunten Häuser und Graffitis sowie die zahlreichen Bullies und Käfer die hier durch die Strassen tukkern geben diesem Viertel dennoch einen einzigartigen Charakter.
Hinzu kommt die nette WG in der ich hier untergekommen bin. Bei gemütlichen Gesprächen (die gut für mein Portugiesisch sind), Abendessen, Caipirinha und Gitarrenmusik auf der großen Wohnterrasse haben wir (Chi ist häufig hier, da bei ihr kein Männerbesuch erlaubt ist) hier viele nette Brasilianer kennengelernt.
Auch mit dem Projekt geht es voran und momentan auch ein wenig drunter und drüber: Hals über Kopf hat sich die Versuchsleiterin des Experiments aus der Arbeitsgruppe verabschiedet (Sie hat sich für eine therapeutische Richtung entschieden und will ihr Zeit daher nicht mehr der Forschung widmen) und in 3 Tagen (12. Oktober) geht es für mich nach Belem (die Stadt an der Amazonasmündung von der aus wir dann die Dörfer für unsere Messungen im ländlichen Raum besuchen). Sprich: Ohne wirklich einen Versuchsleiter in Rio zu haben gehts erstmal fort in den Dschungel. Da es hier aber einige motivierte Mitarbeiter gibt, mit denen auch erst alles super angelaufen ist, bin ich aber zuversichtlich, dass das was wird mit den Messungen hier in Rio.
Neben all dem bunten und schönen, was ich bisher aus dieser Stadt berichtet habe, möchte ich auch nochmal kurz was zu der schon sehr krassen sozialen Ungleichheit sagen, die sich hier im Alltag bemerkbar macht und der ganzen Schönheit dieser Stadt schon mal einen unangenehmen Beigeschmack verleiht: Über einem fliegen die Helikopter die Manager zur Arbeit, auf der Strasse liegen massenweise Obdachlose die ihren Drogenrausch ausschlafen und fast alle Häuser sind (wenn sie nicht gerade in einem der etwa 700 Favelas liegen, die es hier in Rio gibt) durch Mauern gesichert und meißt durch Portiers bewacht. Die Autobahn vom Flughafen in die Stadt wurde ummauert, damit man die ganzen slums/favelas nicht sieht, durch die diese führt. Bei sechs Arbeitstagen verdient ein normaler Angestellter 600 Reais (230 €) und das in einer Stadt die so teuer ist wie europäische Großstädte. Ein sonderlich angenehmes Gefühl ist es da nicht, an der Kasse eine Jeans für 70 € zu kaufen, bei einer Person, die dieses Geld nicht in einer Woche verdient. Kein Wunder, dass die Kassiererinnen fast alle üble Laune haben und so langsam sind, dass es schon mal 10 min. oder länger pro Kunde brauchen: Man will nur mal kurz 1-2 Sachen einkaufen, denkt sich, dass es ja bei ner Schlange von 3-4 Leuten nicht so lange dauern kann und wartet ne halbe Stunde. Echt unglaublich!
Apropos lange warten: Wir waren uns letztens im Flughafen "registrieren", wohlgemerkt hatten wir schon ein Visum. Dieser Prozess hat uns ungelogen 18 Stunden, je 100€ und drei Ausflüge zum Flughafen gekostet (der ist eine Busstunde entfernt). Tag 1: Mit unserem Visum kam ein Zettel: "Bitte bei der zuständigen Polizeistelle zur Registrierung abgeben". Kann ja kein großer Aufwand sein und die Polizei am Flughafen hat ja sicher Abends noch auf dachten wir uns. Nichts da, die Polizei macht um 17.00 Uhr zu, 3 Stunden für nichts durch Rio gegurkt. Tag 2: Wir kommen um 14.00 Uhr bei der Polizei an und sehen schon auf dem Flur eine endlos lange Schlange. "Heute registrieren" fragt der Beamte Barosso ungläubig "Sehen sie sich die Schlange an", ja die hatten wir gesehen. Mit einer Liste auf der 7 Dokumente angekreuzt waren und dem Rat um 6.30 morgens zu kommen (die Polizei macht "zwischen" 7:30 und 8.00 Uhr auf) schickte Barosso uns wieder Heim. Tag 3: um 5:00 aufgestanden standen wir völlig übermüdet vor der Polizei am Flughafen. Anscheinend hatten nicht nur wir diesen Rat von Barosso bekommen, um 6:30 da zu sein, wir waren längst nicht die ersten. Um 8:30 am Schalter der Polizei: ein Dokument fehlt, die Quittung über die "Ausländersteuer". Nein, die kann man nicht hier bezahlen, man muss ein ellenlanges Formular im Internet ausfüllen, dieses ausdrucken und bei der Post abgeben. Wie bitte? wir sind im Flughafen und müssen uns noch heute registrieren um legal im Land zu bleiben. "Kein Problem" sagt die Dame, "Es gibt im Flughafen ein Internetkaffee". Etwa 2 Stunden später (die Geschichte erspare ich euch) stehen wir wieder vor der Dame und haben die Dokumente. "Wie lange müssen wir denn waren?" "Vorhersagen gibt es hier nicht". Um 15.30 werden wir aufgerufen, 9 Stunden nach unserer Ankunft im Flughafen. Im Büro wird uns dann auch klar, wieso es so lange gedauert hat: 6 Polizisten und 3 Ausländer zum registrieren. Die Motivation der Mitarbeiter erinnert stark an die der Frau an der Kasse im Supermarkt: Die Frau am Schreibtisch schreibt erst mal ihre SMS zuende, bevor sie dann 5 Minuten braucht, um eine Nummer mit ca. zehn Ziffern in den PC einzutippen. Die Kollegin wird hinzugerufen um die Nummer noch einmal laut zum Abgleich vorzulesen - Das ist doch ein Witz, oder? Ein bisschen Ausländer ärgern zum Feieraben. Dann werden meine Dokumente zusammengetakkert auf einen riesigen Papierhaufen geworfen und mein Reisepass mit 4 Stempeln versehen - Das wars? Wenn man da raus kommt, hat man nicht mehr die Kraft, sich über die Leute dort zu ärgern, man ist nur noch glücklich, das man fertig ist. Auf dem Heimweg haben wir dann eine Peruanerin getroffen, die ebenfalls in der Behörde war, sie war vor uns dort und hat ebenfalls 10 Stunden dort verbracht: Ihr Fall ist "etwas aufwendiger" - Sie soll morgen wiederkommen.

Viele Grüße in die Heimat!

Chi und Mo