Freitag, 3. Oktober 2008

Kyoto, Tokyo und der Fujiyama

Auch unsere Zeit in Japan laesst bisher keine Wuensche offen: Wir sind hier nicht ganz so viel unterwegs wie zuvor, haben aber dennoch eine sehr erlebnissreiche und spassige Zeit. Ob nun in der Sumou-Arena, in der voellig ueberfuellten u-bahn in Tokyo, auf einer Party mit Chis Freundinnen oder auf dem Gipfel des Fujiyamas, Japan ist ein Land, das mich immer wieder aufs neue begeistert und fasziniert. Es gibt mal wieder viel zu erzaehlen und fuer alle, denen das zu viel ist, die Fotos vorweg:
Taxi in Kyotos InnenstadtDer Goldene Tempel (Kyoto)
Traditionell gekleidete Frau in Kyotos Altstadt
Ein Muss fuer alle Affenfans: der Monkey Mountain (Kyoto)
Mystische rote Tore in den bewaldeten Bergen um Kyoto
Der Blick auf den einmalig schoenen Fujiyama vom Kawagushi See
Der Gerikui (oder so aehnlich): Fuer den "Sonnenaufgang am Fuji" gibt es in Japan einen eigenen Namen
Nach etwa 6 Stunden und 1500 Hoehenmetern gemeinsam am Gipfel (3776 m)
Der Krater: Wenn die Wolken nur so an einem vorbeisausen und sich dieser enorme Krater innerhalb von Sekunden mit einer Wolke fuellt, fuehlt man sich dem Himmel so nah wie noch nie :-)
Downtown Tokyo aus dem 45. Stock des Regierungsgebaeudes
Gerus beim shoppen im Shinbuja 109 - 6 bunte Etagen voller Paradiesvoegel und lauter Musik
Leider nur in Japan erhaeltlich: diese einmalig schoenen Passbildsticker sind der letzte Schrei auf den Schulhoefen und die Lieblingsfreizeitbeschaeftigung der Gerus
Tokyo: Eine kunterbunte Stadt, bei Tag und bei Nacht...
Typisch Tokyo: Eine Kreuzung, auf der alle Fussgaenger gleichzeitig Gruen haben.Sumou: Ein Sport voller interessander Rituale...und RangeleienDer Tokyo Tower (330 nochwas Meter)Das Hochhaeusermeer bei Nacht
Ein Riesentunfisch auf seiner letzten Reise (Tokyo Fischmarkt)

Kyoto: Nach unserer Ankunft verbrachten wir hier ersteinmal knappe 2 Wochen damit, Freundinnen von Chi zu treffen, einige der 17 Weltkulturerbe, die es hier gibt (die meisten sind Tempel), zu besichtigen und in der Innenstadt herum zu schlaendern. Eine gute Gelegenheit fuer mich, Land und Leute kennenzulernen. Es faellt mir jedoch immer noch schwer, auf den Punkt zu bringen, was dieses Land nun wirklich ausmacht: Einerseits ist es dem Unseren so aehnlich und andererseits doch so fremd. Es ist wahrscheinlich dieses neue, globalisierte Japan (bedingungslos einem amerikanischen Idel nacheifernd), das mir so vertraut vorkommt und auf der anderen Seite sind es diese vielen kuturellen Besonderheiten, die sich an allen moeglichen (fuer mich) “Kuriositaeten” bemerkbar machen und einem immer wieder verdeutlichen, wie verschieden das Holz doch ist, aus dem wir geschnitzt sind. Die Japaner sind jedenfalls das mit Abstand hoeflichste und ordentlichste Volk, dass ich je kennengelehrnt habe: Staendig verbeugen sich die Leute vor einem, der Busfahrer bedankt sich bei jedem Fahrgast einzeln per Mikrofon und wenn man jemanden nach dem Weg fragt, wird man bi sans Ziel begleitet (auch wenn die Person in eine voellig andere Richtung unterwegs war). Die Ordnung macht sich in dem komletten tun und handeln der Japaner bemerkbar: In 3 Wochen haben ich noch keine Person gesehen, die sich beschwert hat, aus der “Reihe getanzt ist” (ausser durch ihr Outfit vielleicht), auch nur annaehernd lauter gesprochen hat als Zimmerlautstaerke oder gar Muell auf die Strasse geworfen hat (obwohl e shier keine Muelleimer gibt, sind die Strassen wie geleckt…). Auch mit den Japanern in meinem neaheren Umfeld habe ich nur sehr sehr gute Erfahrungen gemacht: Chis Familie kuemmert sich so gut um mein Wohlergehen, dass ich mich kaum noch auszusprechen traue, was ich gerne mag (sonst ist der Kuehlschrank am naechsten Tag voll damit), Chis Tante bei der wir in Tokio untergekommen sind hat sich extra ein Deutschbuch angeschafft um mit mir zu kommunizieren (Man versteht zwar nur “Brokoli” wenn sie “gluecklich” sagen will, aber hat dafuer noch mehr freude daran…) und Chis Freundinnen bringen mir allen moeglichen Quatsch auf japanisch bei, denn ich wahrscheinlich besser nur in sehr speziellen Situationen zum besten geben sollte - ein paar nuetzliche Worte sind auch ab und an dabei… J Kurz: Mir (und soweit ich das beurteilen kann, auch Chi) geht es hier rund um gut und es gibt noch sehr viel zu berichten, wenn ich dann wieder in Deutschland bin.

Nun zu unserem einwoechigen Trip nach Tokyo und zum Fujiyama: Nach einer Nacht im Reisebus, der wohl her auf Japaner zugeschnitten war (wenigsten hatte chi einen guten Schlaf J) und einer kurzen weiterfahrt von Tokyo, kamen wir in Kawaguchiko an:

Schon vom Bus aus konnten wir bei herrlichstem Wetter die einmalige Sicht auf den Fujiyama (auch: Fujisan) (bei schlechtem Wetter sieht man gar nichts) geniessen: Ein absolut kegelfoermiger Vulkan, wie aus dem Bilderbuch. Von dem Hostel aus, das wir in Kawaguchiko gebucht hatten, liess sich alles wunderbar organisieren: Wir fanden noch drei weitere “Kletterer” (eine Deutsche, ein Aussi und ein Kanadier) um einen Mietwagen zu teilen, dieser war ruck zuck gemietet und auch das Wetter sollte mitspielen (da die Spitze des Bergs 8-9 Monate mit Schnee bedeckt ist, und es schon einen Monat nach der Klettersasion war, hatten wir richtig Glueck mit dem Wetter). Wir starteten um 3 Uhr Nachts und Chi transportierte uns, mit ihrer ersten Autofahrt nach 3 Jahren (keiner hatte einen Internationalen Fuehrerschein), sehr sicher auf 2300 Meter. Es wurde ein unglaublich schoener Tag: 10 Stunden lang (6 hinauf, 4 hinunter) kletterten wir ueber, zwischen und durch die Wolken, mit einer einmaligen Aussicht und einem einmaligem Sonnenaufgang auf 3776 Meter hinauf – der hoechste Punkt Japans, um einen herum gar nichts. Voellig kaputt kommt man hier oben an und hat das Gefuehl, die ganze Welt hinter sich gelassen zu haben, der Wind blaesst einem die Wolken nur so um die Ohren (und nimmt einen selbst fast mit) und man spuert (auch, wenn es noch keine Minusgrade waren, wie wire s erwartet hatten) wie ohnmaechtig man ist, gegen dieses Wunderwerk der Natur (der voellig wolkenfreie Krater, dessen Umrundung eine Stunde dauert, ist innerhalb von Sekunden mit einer Wolke gefuellt und man sieht gar nichts mehr…). Den Weg hinauf hatten wir schoenstes Wetter, hinab gabs leider nur Wolken, Kies um die Ohren und schwere Beine. Dafuer jedoch das gute Gefuehl, diesen Dicken Kollegen bezwungen zu haben J

Tokyo, mit 26 Millionen Einwohnern im groesseren Einzugsgebiet eine der Groessten Staedte der Welt, erfuellt all ihre Klischees bis ins Uebermass: Ueberfullte u-bahnen, Menschenmassen und Hochhaeuser ohne Ende, die Strassen zugekleistert mit bunten Leuchtreklamen und ein pulsierendes Leben und Treiben, wie ich es bisher noch nicht gesehen habe: Hier ein Geruo mit seiner Geru Freundin (Geru kommt von dem englischen Wort “girl” und ist die umgangssprachliche Bezeichnung fuer pubertierende Maedels, die sich bis in die letzte Haarspitze durchstylen, Minirock mit Strapse tragen, auch bei 30 Grad Wollmuetzen anziehen, weils gut aussieht und sich soviel Schminke ins Gesicht pfeffern bis sie endlich aussehn wie Brintney Spears), dort ein Buissnesmann, der mit Handy am Ohr in der U-Bahn eingeschlafen ist und ab und an laeuft einem mal nen Sumouringer uebern weg. Wir haben hier das Regierungsgebaeude besucht (Gratisaussichtspunkt aus dem 45. Stock), die wohl bekannteste, da kaotischste Kreuzung der Welt aus dem Café beobachtet, sind durch das wohl durchgedrehteste Kaufhaus der Welt gebummelt (das Shinbuja 109: Hier kaufen die Gerus auf 6 Etagen ihre voellig durchgedrehten Fummel), haben fantastische Tempel gesehen, waren auf einem risigen Fischmarkt, waren auf dem Tokyo Tower (billiger abklatsch des Eifelturms, dennoch beeindruckende Aussicht / die haben hier auch die Freiheitsstatur nachgebaut – haben die denn keine eigenen Ideen?) und das beste zum Schluss: Wir haben uns Sumou in der Sumuo-Arena angeschaut. Man muss das einfach selbst miterlebt haben, wenn sich da zwei Fettkloepse wie die bekloppten aufeinanderstuertzen, mit dem einzigen Ziel, den anderen aus dem Ring oder umzuhauen, um zu verstehen, warum dieser Sport in Japan auch die letzte Hausfrau und Oma aus dem Sessel reisst! Das ist wahres Entertainment, zuerst mage s nur eine sehr gute Komoedie sein, aber dann fiebert man richtig mit und stuende am liebsten selbst im Ring (gegen Chi vielleicht :-P ) – ganz grosser Sport!

Zurueck in Kyoto gings auch schon in die naechste Metropole: Osaka. Aber das waere jetzt ein bischen viel (so spektakulaer wie Tokyo war es jedenfalls nicht)…

Herzlichen Glueckwunsch! Sie haben nun das Ende dieses Blog-Eintrags erreicht.

Vielen Dank fuer euer Interesse und wir lassen dann vielleicht nochmal mit einem kleinen “Goodbye Japan” Eintrag von uns hoeren.

Rueckflug: 9.10. Ankunft 10.10.

Es Gruessen mal wieder: Chi & Mo

4 Kommentare:

Hella MAMA hat gesagt…

Hallo ihr beiden,
Vielen Dank für den ja nun wohl letzten Reisebericht und die Bilder aus der Ferne. Das klingt ja alles bombastisch. Ihr lasst aber auch keine Superlativen aus. Die Fotos aus dem Automaten sehen ja wirklch sehr süß und quitschig aus. Dies Knallige, Süße, Grelle überall hat sicher auch mit der Mentalität zu tun. Aber dann laufen tatsächlich auch noch Menschen in traditioneller Kleidung durch die Straßen. Interessant. So, nun hoffe ich, dass Ihr Beide(!!!)nächste Woche gesund und munter wieder hier ankommt. Nochmals liebe Grüße an alle und richte Chi's Familie meinen Dank dafür aus, dass Sie Dich so gut beherbergt hat.
Ich freue mich, dass ihr bald wieder im Lande seid!

Genießt noch die letzten Tage und lasst Euch den Abschied nicht so schwer fallen. Liebe Grüße aus dem kalten Solingen.

achim hat gesagt…

Hallo Ihr zwei,
Danke für die spannenden Reiseberichte. - Mir fällt auf-das ich das gleiche wie Hella schreibe....
Jedenfalls freue ich mich Euch bald mal -hoffentlich wohlbehalten- wiederzusehen.
Hier ist es mittlerweile Herbst geworden..... mein Trost im Januar
werden wir mal eine andere Welt erleben.
Weiterhin gute Reise.
Grüße an alle....

Kathi aus pest hat gesagt…

hallo ihr zwei!

Eure Reiseberichte sind so faszinierend, dass ich gar nicht mehr zum lernen komme:) - man taucht da richtig in eine andere Welt ein, klingt alles so atemberaubend...
Lasst es euch gut gehen, genießt noch die letzten Tage mit Chis Family und Freunden, und kommt heil zurück, ins kalte Deutschland - ich hoffe, ich sehe euch bald wieder!

bis dahin ganz ganz liebe Grüße aus Budapest

eure kathi

Kathi aus pest hat gesagt…
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