Sonntag, 29. August 2010

Dubai - Schoene neue Welt

von 0 auf 880 m in weniger als 6 Jahren: Der Burj ChalifaAuch diese fututristische Metro gab es damals noch nicht, heute hat sie ueber 20 StationenIn Dubai steht die groesste Shopping Mall der Welt, nur die Kunden fehlen noch.Eine Weisheit an den Waenden der Mall...Die Skyline aus der Metro,von der hoechsten offenen Aussichtsplattform der Welt auf dem Burj Chalifa.und von der ferne.Ein Boot auf dem Fluss in "old Dubai"Ein Schaufenster auf dem Goldmarkt.Der alte Handelshafen.Der Yachthafen vor dem 7 Sterne Hotel


Hallo zusammen!


Zur Info vorweg: Nach zwei Tagen Zwischenstopp in Dubai, sind wir gut in Japan angekommen und genießen hier zurzeit das Wiedersehen mit Chi’s Freunden und Familie.


Da es in Deutschland manchmal schwer sein kann sich voll und ganz von den alltäglichen Aufgaben und Pflichten loszulösen, war eines ein tolles Gefühl in den Flieger zu steigen und zu wissen, dass man erst in 5 Wochen wieder zurückkehrt – was für ein Luxus! Getoppt wurde dieses Freiheitsgefühl nur noch von dem Wissen, das es nach einem kurzen Stop in Dubai ins mollig warme Japan geht, wo viele nette Leute auf uns warten. Das uns in Dubai eine Bullenhitze erwartet war mir schon klar, aber wie heiß auch der japanische Sommer sein kann, hatte ich nicht mehr in Erinnerung - auch hier wünscht man sich schnell eine Abkühlung.


Nach 6 Stunden Flug landeten wir gegen null Uhr, bei 34° Grad, in Dubai. Hier ist die Distopie des neuen Jahrtausend schon Realität: Draußen ist es so brechend heiß (40-45° Grad), dass man es nur in klimatisierten Räumen aushält und es durchaus eine Überlegung wert ist, zur 10 min. entfernten Metrostation ein Taxi zu nehmen, um sich nicht die ganzen Klamotten vollzuschwitzen. Bekanntermaßen prunkvoll sind die Gebaeude und deren Innenräume gestaltet: Alles glitzert und glänzt, Fußböden und Wände sind aus Marmor. Selbst in der saubersten öffentlichen Toilette ist ständig ein Gastarbeiter die hintersten Ecken am polieren und wischt die Wasserspritzer am Waschbecken nach jedem einzelnen Gast weg. Überhaupt bekommt man hier schnell das Gefühl, dass die Hälfte der Einwohner dieser Stadt Gastarbeiter sind: Aus dem Iran, Sudan, den Philippinen, Pakistan, Indien und vielen anderen Ländern (insgesamt 134) sind hier die Leute auf der Suche nach dem großen Glück, arbeiten trotz des miesen Klimas und den schlechten Sicherheitsbestimmungen auf den endlosen Baustellen dieser Stadt, fahren wohlhabende Turies im Taxi durch die Gegend, polieren saubere Toiletten und Marmorböden, schlafen dafür in riesigen Mehrbettzimmern (Bauarbeiter: 50 Mann pro Zimmer, Taxifahrer teilen sich „nur“ zu 6 ein Zimmer) und ertragen nicht zu letzt diese unlebenswerte Stadt. Wenn man sich fragt, wie das Glück denn aussieht, nach dem man in Dubai strebt, findet man nur eine Anwort: Der grenzenlose Konsum, eine andere Antwort ist mir bei dieser kargen Fauna einerseits (Pflanzen wachsen hier nur in dauerhaft bewässerten Parks) und dem luxuriösen Angebot andererseits (einziges 7 Sterne Hotel der Welt, größte Shopping Mall der Welt, Unterwasserrestaurant, Skihalle und Kinos) nicht in den Sinn gekommen. Vielleicht sind es die Gastarbeiter, die aus einem anderen Grund hier sind: Geld für die Heimat verdienen. Aber interessanterweise fand ein Taxifahrer aus Pakistan, dass Dubai eine wirklich schöne Stadt. Leider endete die Taxifahrt, bevor ich ihn fragen konnte was er hier denn so toll fände.


Natürlich war es spannend sich anzuschauen, was dabei herauskommt, wenn ein paar Scheichs meinen in der Wüste eine Metropole errichten zu müssen und diese dumme Idee mit einer Konsequenz durchziehen wie hier - wahrscheinlich wollten die nur nicht alleine in der Wüste herumsitzen. Wir flüchteten den ersten Tag vor der Hitze in die Größte Shopping Mall der Welt neben dem höchsten Turm der Welt, dem Burj Chalifa (880m), mit dem schnellsten Aufzug der Welt, usw.. Beeindruck hat uns natürlich die unglaubliche Größe dieses Bauwerks, der Ausblick von 500m (spektakulär wegen der unglaublichen Höhe, leider konnte man wegen dem Sand in der Luft nicht sonderlich weit shen), der riesige Springbrunnen vor dem Gebäude, der elegant zur Musik tanzt, und die Tatsache, das sich die Geschäfte trotz dem Mangel an Kunden halten können. Das Motto: Bau die größte Mall der Welt und mehr Leute kommen nach Dubai scheint wohl ab der dritten Mall in dieser Größe endgültig nicht mehr aufzugehen (auch wenn das zum Teil am Ramadan gelegen haben mag). Am zweiten Tag zog es uns nach „old Dubai“. Hier gewinnt man einen guten Eindruck davon, wie die Stadt wohl vor 20 Jahren ausgesehen hat (vor der besagten verrückten Idee eine Metropole in die Wüste zu setzen) und erlebt eine interessante Mischung aus alt und neu, denn auch hier wurden schon viele moderne, mit Spiegelglas verkleidete Betonklötze errichtet. Über den Fluss knattern immer noch die alten Holzboote, mittelgroße Kutter entladen Ihre Wahren aus aller Welt und im Getümmel finden sich viele kleine Läden mit kitschigem chinesischen Spielzeug, Gewürzen und massenweise Goldschmuck. Nachmittags flohen wir wieder in eine Mall, weil die Hitze einfach nicht mehr auszuhalten war. Diesmal war es eine Mall mit einer Skihalle und einem wirklich gigantischen Supermarkt. Abends planschten wir dann noch ein wenig im Meer mit Badewannentemperatur (war bei der Hitze trotzdem erfrischend) neben dem Yachthafen des 7 Sterne Hotels und machten uns dann auf zu dem Ort, der uns an Dubai wohl am besten gefällt: Der internationale Flughafen der viele Ziele in der ganzen Welt anfliegt, nur nicht Dubai…



Da ich nun viel Zeit damit verbracht habe, mich über Dubai auszulassen, scheib ich euch über unsere ersten Tage in Japan dann beim nächsten mal.


Liebe grüße und bis bald, Chi und Mo